seit 2005

Preisträger

seit 2005


Mit dem ODDSET Zukunftspreis des hessischen Sports werden traditionell Vereine ausgezeichnet, deren Projekte Modellcharakter haben. Angepasst an den jeweiligen Zeitgeist, haben sie Initiativen entwickelt, um auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren. Anderen Vereinen dienen sie damit als Vorbilder. Wir stellen alle Siegerprojekte seit 2005 sowie alle Preisträger seit 2015 kurz vor:

2017: "Basketball-Handicap-Team" des BC Marburg

Erster Platz (10.000 Euro) für den BC Marburg:
Das Gewinner-Projekt „Basketball-Handicap-Team“ existiert bereits seit 2009: Damals hat der Basketball-Club Marburg einer Gruppe trommelnder Fans mit körperlicher und geistiger Behinderung das Angebot unterbreitet, selbst das Basketballspielen zu erlernen – in einer eigenen, von Bundesliga-Spielerinnen der „Blue Dolphins“ trainierten Mannschaft. „Jeder einzelne Spieler davon hat an Körperlichkeit, aber auch an Selbstvertrauen gewonnen“, sagt Initiatorin Hilde Rektorschek. „Wenn aus Zuschauern Spieler, aus Fans Vereinskameraden und aus Anfeuernden Angefeuerte werden – dann hat ein Bundesliga-Verein etwas richtig gemacht. Dann nämlich ist es ihm gelungen, den Wunsch nach Zugehörigkeit in ein gelebtes Gemeinschaftsgefühl zu verwandeln“, findet Prof. Dr. Heinz Riesenhuber, Vorsitzender der Jury und Bundesforschungsminister a.D. Dass Menschen mit Einschränkung über den Sport fürs „normale Leben“ gestärkt werden, hat ihn und die anderen Jurymitglieder überzeugt.
Mehr zum Projekt erfahren Sie im "Sport in Hessen"-Artikel über die Preisverleihung.


Zweiter Platz (8.000 Euro) für den Sport Club Budokan Maintal: 
Unter dem Motto „Glücksmomente schaffen!“ ermöglichte er bisher rund 70 Kindern, Sport im Verein zu treiben und so das Erlebte zumindest für einen kurzen Moment zu vergessen. mehr

Dritter Platz (6.000 Euro) für den Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden:
„Bildung macht stark“ heißt das Projekt des Judo-Clubs Kim-Chi Wiesbaden: Stipendien des Vereins ermöglichen es Kindern aus sozial benachteiligten Familien, ihren Sport auszuüben und gleichzeitig bei der schulischen Ausbildung unterstützt zu werden. mehr

Sonderpreis (5.000 Euro) für die Sportgemeinschaft Egelsbach 1874:
Mit dem Projekt „Pressewart 21“ will der Verein junge Menschen für die Vorstandsarbeit begeistern und insbesondere an die Aufgaben eines Pressewartes heranführen.

Sonderpreis (5.000 Euro) für die Voltigier- und Pferdefreunde Greifenstein-Holzhausen: 
Nur 71 Mitglieder zählen die Voltigier- und Pferdefreunde. Dennoch war es in Zeiten der aufkommenden Flüchtlingswelle für die Mitglieder selbstverständlich, sich Integrationsarbeit zu leisten, die weit über den Pferdesport hinausreicht.

2016: "Inklusives Fußball-Projekt" der SG Bad Soden

Erster Platz (15.000 Euro) für die SG Bad Soden 1911:
Das Fußballprojekt ist durch die Zusammenarbeit des Behinderten-Werks Main-Kinzig e.V. (BWMK) und der SG Bad Soden entstanden und soll behinderte Menschen in den Spielbetrieb des hessischen Fußballs integrieren. Ziel war es, eine gemeinsame Mannschaft für den offiziellen Spielbetrieb des Hessischen Fußballverbands zu stellen. Die SG Bad Soden III wurde gegründet, die aus Spielern der beiden Kooperationspartner besteht. Im August 2015 wurde das erste Spiel in der Kreisliga C Schlüchtern bestritten. Die Saison wurde als Vierter beendet – daran beteiligt waren 15 Spieler des BMWK-Teams. Für alle Beteiligten ermöglicht das Projekt das Erleben vielfältiger Erfahrungen. Besonders bei den beeinträchtigten Spielern werden die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein jedes Einzelnen gefördert. Außerdem entwickeln sich die Spieler sportlich durch gesteigerte Trainings- und Wettkampfbedingungen weiter. Darüber hinaus werden sie zu einem Teil des Vereins und sind in die Vereinsarbeit (z.B. Unterstützung bei Festen) eingebunden. Stets im Vordergrund steht dabei der Spaß am gemeinsamen Fußballspielen. mehr
 

Zweiter Platz (10.000 Euro) für den KSV Baunatal:
Die Betriebliche Gesundheitsförderung zählt seit einigen Jahren zu den Angeboten des KSV Baunatal und wurde im September 2015 durch ein Projekt an einer Berufsschule erweitert. Der Verein bietet Unternehmen Beratung und Unterstützung bei Fragestellungen rund um das Thema Gesundheit im Betrieb. Das Angebot besteht aus Kursen im Bereich Prävention, Rückenschule, Yoga und Entspannung. Die Gestaltung von Bewegungspausen und Seminare zum Thema Ernährungsberatung zählen ebenfalls zu den gesundheitsorientierten Angeboten. mehr

Dritter Platz (7.000 Euro) für den FC Germania 1911 Enkheim:
Der FC Germania Enkheim hat sich mit dem Projekt zur Aufgabe gemacht, in Frankfurt lebende Flüchtlinge in den Verein zu integrieren. Vor allem die Altersgruppe der 17 bis 22 Jahre alten Männer wurde angesprochen. mehr

Sonderpreis (4.000 Euro) an den Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden:
"Bewegung macht schlau – Opfer, nein danke" ist ein Kooperationsprojekt des Judovereins mit 15 Kindertagesstätten und 24 Grundschulen aus Wiesbaden. Mit einem einzigartigen Konzept sollen Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren für den Judosport begeistert werden. Dabei wird der natürliche Bewegungsdrang der Kindergartenkinder befriedigt, gleichzeitig werden „Judo-Werte“ wie Respekt, Fairness, Teamgeist und Integration vermittelt. mehr

Sonderpreis (4.000 Euro) an die Turngemeinde Rüdesheim 1847:
Seit 2009 engagiert sich die TG Rüdesheim für Menschen mit Behinderung. Ein fester Bestandteil des inklusiven Sports ist der Abenteuersport geworden, an dem mittlerweile insgesamt 40 Kinder (25 mit Behinderung) teilnehmen. Über dieses wöchentliche Angebot hinaus organisierte der Vereim 2014 zum ersten Mal eine integrative Skifreizeit in den Alpen. mehr

Sonderpreis (4.000 Euro) an den TV Ober-Eschbach:
Das Projekt "Sport, Spiel, Spaß und Deutsch für Flüchtlinge" verbindet sportliche Aktivität mit dem Erlernen der deutschen Sprache, um Flüchtlinge in den Verein zu integrieren. Die Geflüchteten wurden nicht nur in Sportarten eingeführt, sondern auch mit den Regeln des Straßenverkehrs und sportspezifischen Vokabeln vertraut gemacht. mehr

2015: Inklusions-Projekt "Team United" des SV Teutonia 1910 Köppern

Erster Platz (15.000 Euro) für Teutonia Köppern:
Im „Team United“ von Teutonia Köppern spielen inzwischen etwa 30 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 23 Jahren mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen zusammen mit Kindern und Jugendlichen ohne Behinderung regelmäßig Fußball. Die behinderten Sportler sind in der Hessenliga Fußball-ID des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes (HBRS) organisiert. ID steht für Intellektuelle Beeinträchtigung und bedeutet normalerweise ein Training ausschließlich innerhalb dieser Gruppe. Das „Team United“ hingegen zeichnet sich dadurch aus, dass hier nicht nur völlig selbstverständlich junge Menschen mit und ohne Beeinträchtigung miteinander trainieren, sondern auch abseits des Fußballplatzes viel unternehmen. Die Initiative enstand durch einen Zufall. Die Mutter eines Jungen mit Handicap fragte bei Teamleiter Bruno Pasqualotto nach, ob ihr Kind in seiner Trainingsgruppe mitmachen könne. Sie erzählte, in anderen Vereinen ausgelacht worden zu sein. Pasqualotto aber wollte es probieren. Der Erfolg seines „Team United“ gibt ihm Recht. „Man unterstützt sich gegenseitig und gleicht sich aus“, so einfach beschreibt Mittelfeldspieler Valentin Müller den Teamgeist der Mannschaft. Und der lässt alle Spieler gleichermaßen profitieren. Durch mehr soziale Kompetenz, mehr Selbstvertrauen und Spaß am Spiel. mehr


Zweiter Platz (10.000 Euro) für den VfL Bad Wildungen:
Mit seinem Projekt „Kennen und verstehen lernen – Flüchtlinge willkommen im Sportverein“ ermöglichte der VfL Bad Wildungen einer großen Anzahl von Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern eine kostenlose Teilnahme an Trainings und dem laufenden Spielbetrieb. mehr

Dritter Platz (7.000 Euro) für „Fun Ball Dortelweil“:
Seit dem Schuljahr 2013/2014 übernimmt der Verein die Trägerschaft für das Ganztagsprogramm der Regenbogenschule Bad Vilbel. Ziel ist es, die Ganztagsschulentwicklung maßgeblich voran zu treiben. Außerdem bietet der Verein eine Parcours-AG sowie außerhalb der Schule Sport- und Feriencamps für Schüler an, welche sehr intensiv genutzt werden. Durch die bestehende Kooperation darf die Regenbogenschule die Turnhalle des SV Fun-Ball für den Schulsport nutzen. mehr

Sonderpreis (5.000 Euro) für die Turnerschaft 1882 Klein-Krotzenburg:
Der Sport bietet einen Rahmen sowie Möglichkeiten, dass Menschen trotz Sprachbarrieren zueinander finden. Aus diesem Grund entwickelte der Verein das Projekt „IdSuS - Integration durch Sport und Sprache“. Die Turnerschaft will Flüchtlingen helfen, sich mittels „Sport und Sprache“ in ein gesellschaftliches Leben zu integrieren. Ebenso möchte sich der Verein verstärkt sozial engagieren und sich im Hainburger Netzwerk beteiligen. mehr

Sonderpreis (5.000 Euro) für die Turngemeinde Bornheim 1860:
Das Projekt „Vom Babybauch zum Kindersport“ entstand vor dem Hintergrund, dass sich Mütter nach der Entbindung vom Verein distanziert haben. Vor der Einführung der Initiative gab es bei der TG Bornheim die frühesten Kinderkurse erst ab einem Alter von 3 Jahren. Das Projekt wurde entwickelt, um diese zeitliche Lücke zu schließen und die Familien in ihr neues Leben zu begleiten. mehr

2014: Inklusions-Projekt "Halle für Alle" der TG Rüdesheim 1847

Das Projekt „Gemeinsam Klettern – Grenzen überwinden“ entstand in Kooperation mit dem Rheingaugymnasium Geisenheim. Jährlich besuchen je 14 Kinder mit Behinderung aus der Abteilung für Integrativsport der Turngemeinde Rüdesheim 1847 e.V. den Sportabiturkurs „Klettern“ des Rheingaugymnasiums Geisenheim. Jeweils ein Kind mit Behinderung im Alter von 8 bis 14 Jahren und eine Abiturientin bzw. ein Abiturient bilden eine Partnerschaft für die Dauer des Kurses und klettern gemeinsam. Die Schüler lernen dabei, neben dem Umgang mit den Sicherungsgeräten und den besonderen Techniken des begleitenden Kletterns, vieles über den Umgang mit behinderten Kindern. Initiator war die Abteilung für Integrativsport der Turngemeinde Rüdesheim mit der Idee in der Sportart Klettern ein Angebot zu schaffen, bei dem Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam Spaß haben. Die Schüler werden vor Beginn des Kurses von einem Übungsleiter des Vereins und einem Sportlehrer der Schule eingewiesen und durch einen Vortrag über Inklusion auf die besondere Situation der Kinder mit Behinderung vorbereitet. Die Sportstunden werden von einem Sportlehrer und einer Übungsleiterin (Trainer B für geistige Behinderung) gemeinsam geleitet.

2013: Inklusions-Projekt "inForm" des Frankfurter Turnveriens 1860

Der Frankfurter Turnverein 1860 lebt die Inklusion durch eine vorbildliche Kooperation: Menschen mit psychischer Behinderung und in sozialen Notlagen, die vom Frankfurter Verein für soziale Heimstätten betreut werden, finden hier seit 2010 eine sportliche Heimat und damit Lebensqualität. Der Sportbetrieb des Frankfurter Vereins ist inzwischen als eigene Abteilung in den FTV 1860 integriert.

Der Hintergrund: Tun sich zwei zusammen, hat jeder mehr. Auf der einen Seite der Frankfurter Turnverein 1860, ein Großverein mit breit gefächertem Sportangebot. Auf der anderen Seite der Frankfurter Verein für soziale Heimstätten mit seinen ambulanten Diensten, teilstationären Einrichtungen und Wohnstätten für Menschen mit psychischem Handicap und in sozialen Notlagen, beispielsweise Obdachlose und Frauen in Notsituationen. Die Behinderungen und weitere Einschränkungen, etwa Armut, erschweren die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dort setzt die Kooperation mit dem FTV 1860 an.

Der Sportbetrieb des Frankfurter Vereins ist seit 2010 als Abteilung „inForm“ in den FTV 1860 integriert. Den Klienten steht damit das komplette Angebot des Sportvereins offen. Beispielsweise nehmen Mütter und Kinder aus Frauenhäusern an den Mutter-Kind-Angeboten teil. Beliebt sind auch Kegeln, Tanz, Gymnastik, Kickboxen und Wandern; eigenständige Gruppen haben sich gebildet. Die Fußballer des Frankfurter Vereins können nun als Sondermannschaft (SOMA) am normalen Spielbetrieb des Hessischen Fußballverbandes teilnehmen.

Im Sport wechseln betreute Menschen von der Rolle des Hilfeempfängers in die des aktiven Bürgers. Auch nach der mit institutioneller Hilfe verbundenen Lebensphase finden sie im Sportverein einen sozialen Rahmen. Darüber hinaus ermöglicht die Mitgliedschaft des FTV 1860 im Hessischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband die Finanzierung von Kursen durch Krankenkassen. Der FTV 1860 wiederum gewinnt durch die Kooperation neue Mitglieder. Weiteres Ziel ist nun die Öffnung der „inForm“-Sportangebote für alle Mitglieder des FTV 1860 – damit der Weg der Inklusion auch in umgekehrter Richtung beschritten wird.

 

2012: "Der vernetzte Stadtteil" der SG Sossenheim

Der Frankfurter Stadtteil Sossenheim ist ein sozialer Brennpunkt. 45% aller dort lebenden Jugendlichen sind Migranten. Die Tischtennisabteilung der SG Sossenheim engagiert sich bereits seit vielen Jahren für die Integration von Kindern und Jugendlichen aus Familien mit Migrationshintergrund, insbesondere für die Mädchen. So besteht bereits seit Jahren eine Kooperation mit zwei Schulen. In diesem Rahmen fand eine von der Stadt finanzierte Tischtennis AG statt, die anfänglich für Jungen und Mädchen gemeinsam, später aber getrennt angeboten wurde mit dem Ziel, mehr Mädchen für den Vereinssport zu gewinnen.

Das Projekt „der vernetzte Stadtteil“ besteht seit 2009 und beinhaltet eine Kooperation des Vereins vor allem mit Schulen, aber auch mit dem Jugendamt, dem Präventionsamt und dem Sportamt der Stadt Frankfurt. Im Rahmen des Projektes wurden in den Jahren 2010-2012 zahlreiche Aktionen durchgeführt:

  • Pausenhof-Tischtennis: 300 Kinder aus 3 Schulen haben sich im Tischtennisspielen geübt, Talente wurden gesichtet
  • Vereinsmeisterschaft der Kinder der Tischtennis-AG
  • Minimeisterschaften: Teilnahme am Vorentscheid für die mini-Meisterschaften des Deutschen Tennisbundes
  • Klassenmeisterschaft „Beste Klasse“: schulübergreifende Maßnahme, soll in Kooperation mit einer Eliteschule des Sports zu Frankfurt-weitem Schulturnier werden
  • Siedlungsmeisterschaften (Unterstützung durch Präventionsrat und Arbeiterwohlfahrt sowie durch das Programm „Aktive Nachbarschaft der Stadt Frankfurt“)
  • Familienturnier/Tag der offenen Tür: Einbindung der Eltern in den Verein
  • Schnupperkurs: 8 kostenlose Einheiten
  • Vereinsoffenes Training für benachteiligte Kinder
  • Vielschichtiges umfangreiches Trainings- und Betreuungsangebot
  • Projekt „Selbstwertgefühl stärken“: Trainingsgruppe für Jugendliche mit besonderen sozialen Problemen, unterstützt durch das Sozialrathaus
  • Projekt „Regeln erlernen“

2011: "Sport hilft gegen Krebs" der Turngemeinde Bornheim 1860

Die TG Bornheim hat im Gesundheitssport einen neuen Weg eingeschlagen und ein Trainingskonzept für Krebspatienten entwickelt. Hierzu kooperierte der Verein mit der Onkologischen Praxis im Bethanien-Krankenhaus. Das Kursprogramm „Laufen und Yoga zur Krebsvorsorge“ ist ein Herz-Kreislauf-Training, an das sich Yoga-Übungen anschließen. Zudem können Patienten die Fitness-Studios des Vereins kostenfrei besuchen und werden persönlich betreut.

Der Hintergrund: Immer mehr Menschen suchen gesundheitsorientierten Sport. Die TG Bornheim hat daraufhin ihr Angebot ausgeweitet. Inzwischen umfasst der Bereich Gesundheitssport hier mehr als 100 Wochenstunden. Seit 1993 bietet der Verein aus dem Frankfurter Stadtteil ärztlich betreute Herzsportkurse an. Inzwischen kooperiert die TG mit 255 Ärzten. Die Abteilung Koronarsport ist mit über 4.000 Mitgliedern die größte in Hessen. Für schwer in das reguläre Sportprogramm des Vereins aufzunehmende Zielgruppen werden gezielte Angebote initiiert. Dazu zählt das neue Projekt für krebskranke Menschen in Kooperation mit dem Bethanien-Krankenhaus.

Der Verein: Die Turngemeinde Bornheim ist mit mehr als 25.000 Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein Hessens. Neben einem vielseitigen Angebot an Sportarten verfügt der Verein aus dem Frankfurter Osten über ein eigenes Schwimmbad und zwei Fitness-Studios. Den Mitgliedern stehen pro Woche über 700 Stunden Sportmöglichkeit zur Verfügung. Der Verein beschäftigt 18 hauptamtliche Mitarbeiter, mehr als 250 Übungsleiter engagieren sich ehrenamtlich.

2010: Präventionskonzept "Nein, hau ab!" der TGS 1895 Jügesheim

Sportvereine sind ein Abbild der Gesellschaft. Deshalb kann es auch dort zu sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen kommen. Bei der TGS 1895 Jügesheim (heute JSK Rodgau) war dies der Fall. Anstatt die erschreckenden Vorkommnisse unter den Teppich zu kehren, ist der Vorstand in die Offensive gegangen. Mit dem Präventionskonzept “Nein, hau ab!!“ wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, der zum festen Bestandteil der Vereinsphilosophie geworden ist.

Mit einem aus drei Säulen bestehen Konzept soll innerhalb des Vereins ein täterunfreundliches Umfeld geschaffen werden. Für sämtliche Trainer/-innen, Übungsleiter/-innen und Betreuer/-innen sowie für die Mitglieder des Vorstands ist die Teilnahme an einer Schulung zum Thema „sexualisierte Gewalt“ deshalb verpflichtend. Um mit ihrem Präventionsmodel einen möglichst großen Personenkreis zu erreichen, hat die TGS Jügesheim als „zweite Säule“ Informationsveranstaltungen für Betroffene und interessierte Eltern installiert, bei denen auch Außenstehende wilkommen waren, die dem Verein nicht angehören. Dies galt ebenso für Lehrer und Erzieher aus den umliegenden Schulen und Kindergärten.

Weil fast die Hälfte der Mitglieder unter 18 Jahre alte waren, lag das Hauptaugenmerk der Präventionsarbeit auf der „dritten Projektsäule“, der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Mit Theaterprojekten und Workshops wurde ein Lernprozess angestoßen, der das Selbstbehauptungsvermögen der Minderjährigen gesträkt hat und darauf ausgerichtet war, persönliche Intimitätsgrenzen erfahrbar zu machen und fest zu fixieren.

2009: "Wir sitzen alle in einem Boot" des Casseler Frauen-Ruder-Vereins

Die Entwicklung eines Zusammengehörigkeitsgefühls durch gemeinsames Erleben und Füreinandereinstehen zählt zu den wichtigsten sozialen Lernprozessen des Sports. Davon ausgehend, dass die Lebensqualität von behinderten Menschen durch die Erfahrung einer Gruppensituation positiv beeinflusst werden kann, hat der Casseler Frauen-Ruder-Verein e.V. ein Projekt ins Leben gerufen, das auf seelisch und psychisch Kranke zugeschnitten ist und die therapeutische Arbeit sinnvoll ergänzt.

Unter dem Motto „Wir sitzen alle in einem Boot“ begleiteten die nordhessischen Ruderinnen insgesamt 20 Bewohnerinnen und Bewohner der Werksstätten Fuldabrück (Baunatal) beim Erlernen der Wassersportart. Über den breitensportlichen Spaßeffekt hinaus ging es dabei vor allem um die Erfahrung gemeinsamer Stärke und gegenseitigen Vertrauens zu Wasser und zu Lande. Denn ein Ruderboot muss nicht nur mit vereinten Kräften und in technischem Einklang bewegt werden, sondern auch wieder gereinigt und auf den Bootswagen zurückgelegt werden.

Die Gruppe kam einmal die Woche für zwei Stunden zusammen. In der kalten Jahreszeit wurde der Kontakt mit lockeren Zusammenkünften verschiedenartigen Inhalts aufrechterhalten. Von Museumsbesuchen reichte dann die Palette der Aktivitäten über gemeinsame Wanderausflüge bis hin zu ausgefallenen Erlebnistagen wie etwa beim Hessischen Rundfunk.

2008: Kindersport-Offensive "Freizeit, Gesundheit und Spaß" des FSC Dynamo Windrad

Mehr Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche in der Stadt schaffen – das war das große Ziel des FSC Dynamo Windrad. Mit der „Kindersport-Offensive“ sollten konstruktive Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche geschaffen werden. Dies, so die Überlegung, kommt nicht nur den Betroffenen zu Gute, sondern auch dem Verein selbst, da zusätzliche Betätigungsfelder geschaffen, Ausbildungsmöglichkeiten kreiert und die sozialen Netzwerke des Vereins vergrößert werden. Der Verein bot Freizeit-Jugendfußball an, bei dem aktive Senioren Hilfestellung gaben und den Kindern eine Chance boten, unter „guten Bedingungen“ Fußball zu spielen. Ein weiteres Projekt des Vereins war „Straßenfußball für Toleranz“, bei dem Jugendliche ihr Können unter Beweis stellen konnten. Auch im Bereich Trendsportarten war Dynamo Windrad aktiv  regelmäßig wurde in einem Stadtteil Kassels ein Parcours aufgestellt. Der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Familien war dabei stets hoch.

Ziel: Aufbau neuer Angebote für Kinder und Jugendliche, Anlaufstelle für Kinder und Jugendlichen in Kassel, Soziale Integration.

2007: "Integrationsprojekt" des TSV Rot-Weiß Auerbach 1881

Schwere Ausschreitungen im Jahre 2005 in Frankreich waren für den TSV Rot-Weiß Auerbach 1881 Anlass, ein Integrationsprojekt für Migranten zu entwickeln. Dahinter steckte die Überzeugung, dass "echte" Integration nur gelingen kann, wenn Migranten in bestehende Kurse vermittelt werden, und nicht wie so oft  separate Migranten-Gruppen ins Leben gerufen werden. Denn Ziel war es ebenfalls, die Personen mit Migrationshintergrund sprachlich zu fördern.

Durch Befragungen in diversen Integrations-Sprachkursen des Kreises Bergstraße wurden sportinteressierte Migranten ermittelt. In Kooperation mit weiteren Vereinen des Kreises wurde anschließend versucht, die ausländischen Mitbürger den jeweiligen Sportgruppen zuzuteilen – mit großem Erfolg.

Zudem erhielten die Teilnehmer vergünstigte Mitgliedsbeiträge oder teilweise sogar einen Beitragserlass von bis zu einem Jahr.

2006: "Boxen als Gewaltprävention" des Boxclubs Nordend Offenbach

Boxer, Trainer und Sozialarbeiter arbeiteten im Projekt „Boxen als Gewaltprävention“ gemeinsam daran, junge Männer „von der Straße“ zu holen, um ihnen zu verdeutlichen, dass Gewalt kein Mittel zur Lösung von Konflikten ist. Im Focus sind hier besonders Opfer von Straßengewalt. Leistung und sportliche Voraussetzungen spielen für eine Teilnahme am Boxprojekt keine Rolle. Unverzichtbarer Teil des Trainings ist ebenso Yoga, für eine Stabilisierung des inneren Zustandes der Jugendlichen.

Ziel: Integration von Jugendlichen / jungen Männern im Alter von zwölf bis zweiundzwanzig Jahren

2005: "Bewegungsinitiative für Heranwachsende" des Sportfördervereins Langen

Um der Bewegungsunlust bei Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken, hat der Verein damals in Kooperation mit Kindertagesstätten und Grundschulen folgende Projekte ins Leben gerufen:

  • Aktive Pausen
  • Weniger Aggressivität mehr Leistungsfähigkeit
  • Zu Fuß in die Schule
  • Bewegung ins Bewusstsein
  • Familiensport

Die Finanzierung der Maßnahmen des Sportfördervereins sowie die Bezahlung eines Diplom-Sportlehrers wurde über Sponsoren und Stiftungsmittel gewährleistet.

Ziel: Gesunde Entwicklung der Kinder durch Bewegung, Verbesserung der sportlichen Grundlagen.

Vision: Langen als Talentschmiede für Olympiateilnehmer

Masterarbeit

bestätigt Nachhaltigkeit

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Ansprechpartner

ODDSET Zukunftspreis

Petra Kühne

Landessportbund Hessen

Tel.: 069 6789-200
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Sina Markowski

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Fax: -116
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